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    ERP & Transformation

    ERP-System auswählen: Die vollständige Checkliste für den Mittelstand

    Warum eine strukturierte Checkliste den Unterschied macht zwischen einer fundierten ERP-Entscheidung und einem teuren Bauchgefühl – und welche sieben Bereiche Sie systematisch durcharbeiten sollten.

    Stefan Radau12 Min. LesezeitMärz 2026

    Warum eine Checkliste bei der ERP-Auswahl unverzichtbar ist

    Die Auswahl eines ERP-Systems gehört zu den weitreichendsten Entscheidungen, die ein mittelständisches Unternehmen treffen kann. Die Investition ist erheblich, die Bindungswirkung lang, und die Auswirkungen auf Prozesse, Mitarbeiter und Wettbewerbsfähigkeit sind enorm. Dennoch beginnen viele Unternehmen den Auswahlprozess ohne klare Struktur – mit Anforderungen im Kopf statt auf Papier, mit Anbietergesprächen ohne Bewertungskriterien und mit Entscheidungen, die am Ende auf Sympathie statt auf Fakten basieren.

    Eine strukturierte ERP-Auswahl Checkliste ist kein bürokratischer Overhead – sie ist das wichtigste Werkzeug, um die richtige Entscheidung zu treffen. Sie stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden, dass Anbieter vergleichbar bewertet werden und dass am Ende eine belastbare Entscheidungsgrundlage vorliegt. In unserer Beratungspraxis sehen wir regelmäßig: Unternehmen, die strukturiert vorgehen, treffen bessere Entscheidungen, verhandeln bessere Konditionen und starten mit einem klareren Projektauftrag in die Umsetzung.

    ERP-Auswahl in Zahlen

    0 %

    über Budget

    der ERP-Projekte überschreiten das ursprünglich geplante Budget – häufig aufgrund unklarer Anforderungen in der Auswahlphase.

    0 –18 Monate

    Auswahldauer

    benötigt ein strukturierter ERP-Auswahlprozess im Mittelstand im Durchschnitt – von der Bedarfsanalyse bis zur Vertragsunterschrift.

    0 –5

    Anbieter in der Endauswahl

    sollten nach der Vorauswahl in die engere Bewertung kommen. Mehr als fünf führen zu Vergleichsmüdigkeit, weniger als drei zu mangelnder Marktabdeckung.

    0 %

    bereuen ihre Wahl

    der Unternehmen sind laut Studien nach der Einführung unzufrieden mit ihrem ERP-System – oft weil in der Auswahl die falschen Prioritäten gesetzt wurden.

    Die 7 Bereiche der ERP-Auswahl Checkliste

    Projektorganisation

    Rollen, Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und Zeitplanung – das organisatorische Fundament für einen erfolgreichen Auswahlprozess.

    Anforderungsanalyse

    Systematische Erfassung und Priorisierung der fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen an das neue ERP-System.

    Lastenheft & Ausschreibung

    Strukturierte Dokumentation aller Anforderungen und professionelle Aufbereitung für die Anbieteransprache.

    Anbieterbewertung

    Objektive Bewertungskriterien, gewichtete Nutzwertanalyse und strukturierte Workshops zur fundierten Anbieterbeurteilung.

    Referenzprüfung

    Systematische Überprüfung der Anbieterversprechen durch Referenzbesuche, Kundengespräche und Branchenrecherche.

    TCO-Bewertung

    Vollständige Kostenbetrachtung über den gesamten Nutzungszeitraum: Lizenz, Implementierung, Betrieb, Wartung und versteckte Kosten.

    Vertrag & Entscheidung

    Vertragsverhandlung, Absicherung kritischer Punkte, finale Entscheidungsvorlage und strukturierter Entscheidungsprozess.

    Checkliste 1: Projektorganisation

    Die ERP-Auswahl ist kein Nebenprojekt. Sie braucht dedizierte Ressourcen, klare Verantwortlichkeiten und einen realistischen Zeitplan. Wer hier spart, bezahlt später mit Verzögerungen, Endlosdiskussionen und Entscheidungsblockaden. Die Projektorganisation legt fest, wer entscheidet, wer zuarbeitet und wie der Auswahlprozess strukturiert abläuft.

    Prüfpunkte Projektorganisation

    • Projektleitung benannt: Eine Person mit klarer Verantwortung, ausreichend Zeitbudget (mindestens 30 % Kapazität) und direktem Zugang zur Geschäftsführung.
    • Kernteam zusammengestellt: Vertreter aus allen betroffenen Fachbereichen (Finanzen, Logistik, Produktion, Vertrieb, IT) mit fachlicher Kompetenz und Entscheidungsbefugnis.
    • Lenkungsausschuss definiert: Geschäftsführung und relevante Bereichsleiter mit klaren Entscheidungsregeln – Eskalationswege sind festgelegt, Abstimmungsrhythmus vereinbart.
    • Zeitplan erstellt: Realistischer Meilensteinplan mit Pufferzeiten, der interne Kapazitätsengpässe (Jahresabschluss, Urlaubszeiten, Messeperioden) berücksichtigt.
    • Budget freigegeben: Nicht nur für das spätere System, sondern auch für den Auswahlprozess selbst – einschließlich externer Beratung, Workshopkosten und Reisekosten für Referenzbesuche.
    • Kommunikationsplan erstellt: Wer wird wann und wie über den Auswahlprozess informiert? Transparenz reduziert Widerstände und schafft Akzeptanz für die spätere Entscheidung.

    Praxis-Tipp

    Investieren Sie in einen Kick-off-Workshop mit dem gesamten Projektteam. Klären Sie dort nicht nur Rollen und Zeitplan, sondern auch die Erwartungshaltung: Was soll das neue System leisten? Was explizit nicht? Diese Diskussion frühzeitig zu führen, verhindert spätere Grundsatzdebatten mitten im Auswahlprozess.

    Checkliste 2: Anforderungsanalyse

    Bevor Sie einen einzigen Anbieter kontaktieren, müssen Sie wissen, was Sie brauchen. Die Anforderungsanalyse ist der Kern jeder erfolgreichen ERP-Auswahl. Hier trennt sich die strukturierte Auswahl vom bloßen Ausprobieren. Unternehmen, die ohne saubere Anforderungsanalyse in Anbietergespräche gehen, lassen sich von Demos beeindrucken statt von Fakten überzeugen.

    Prüfpunkte Anforderungsanalyse

    • Ist-Prozesse dokumentiert: Alle geschäftskritischen Prozesse sind erfasst – nicht als Idealvorstellung, sondern so, wie sie tatsächlich gelebt werden, einschließlich Workarounds und Medienbrüchen.
    • Soll-Prozesse definiert: Für jeden Kernprozess ist festgelegt, wie er künftig ablaufen soll. Dabei wurde bewusst zwischen Standardisierungspotenzial und echtem Individualbedarf unterschieden.
    • Anforderungen priorisiert: Jede Anforderung ist als Muss, Soll oder Kann klassifiziert. Die Priorisierung ist vom Fachbereich UND von der Geschäftsführung bestätigt.
    • Technische Anforderungen erfasst: Schnittstellen zu Bestandssystemen, Datenmigrationsumfang, Hosting-Präferenzen (Cloud/On-Premise/Hybrid), Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.
    • Wachstumsszenarien berücksichtigt: Die Anforderungen bilden nicht nur den heutigen Stand ab, sondern auch die Entwicklung der nächsten 5–7 Jahre – neue Standorte, Märkte, Geschäftsmodelle.
    • Pain Points identifiziert: Die größten Schmerzpunkte im aktuellen System sind klar benannt und mit konkreten Auswirkungen (Kosten, Zeitverlust, Fehlerquoten) quantifiziert.

    Praxis-Tipp

    Führen Sie Prozessworkshops mit den operativen Mitarbeitern – nicht nur mit den Abteilungsleitern. Die Menschen, die täglich mit dem System arbeiten, kennen die echten Probleme und die echten Anforderungen. Abteilungsleiter neigen dazu, strategische Wunschlisten zu erstellen, während die Praxis ganz andere Prioritäten hat.

    Checkliste 3: Lastenheft und Ausschreibung

    Das Lastenheft überführt Ihre Anforderungen in ein strukturiertes Dokument, das als Grundlage für die Anbieteransprache dient. Ein gutes Lastenheft ist nicht einfach eine Anforderungsliste – es gibt Anbietern genug Kontext, um ein fundiertes Angebot abzugeben, und gleichzeitig eine klare Struktur, um Angebote vergleichbar zu machen.

    Prüfpunkte Lastenheft & Ausschreibung

    • Lastenheft erstellt und abgenommen: Das Lastenheft ist vollständig, strukturiert (nach Modulen/Prozessen), intern abgestimmt und von der Geschäftsführung freigegeben.
    • Unternehmensprofil beschrieben: Branche, Größe, Standorte, Mitarbeiterzahl, Umsatz, Organisationsstruktur und strategische Ausrichtung sind für Anbieter verständlich dargestellt.
    • Bewertungsraster vordefiniert: Bevor Angebote eingehen, steht fest, nach welchen Kriterien und mit welcher Gewichtung die Angebote bewertet werden.
    • Long List erstellt: Eine erste Marktrecherche hat 8–12 potenziell passende Anbieter identifiziert, basierend auf Branchenfokus, Unternehmensgröße und Technologieplattform.
    • Ausschreibungsunterlagen versandt: Das Lastenheft plus Rahmenbedingungen (Zeitplan, gewünschtes Angebotsformat, Ansprechpartner, Fristen) sind an die Long-List-Anbieter versandt.
    • Rückfragenprozess definiert: Es gibt einen klaren Prozess für Anbieterfragen – idealerweise schriftlich und mit Verteilung der Antworten an alle Anbieter, um Chancengleichheit zu sichern.

    Praxis-Tipp

    Geben Sie Anbietern in der Ausschreibung ein verbindliches Angebotsformat vor. Wenn jeder Anbieter sein Angebot anders strukturiert, wird der Vergleich zur Sisyphusarbeit. Ein standardisiertes Angebotsformat mit klaren Positionen für Lizenzen, Implementierung, Schulung und laufende Kosten spart Ihnen Tage an Auswertungsarbeit.

    Checkliste 4: Anbieterbewertung

    Die Anbieterbewertung ist die Phase, in der aus Hochglanzpräsentationen belastbare Erkenntnisse werden müssen. Es reicht nicht, Demos anzuschauen und ein gutes Gefühl zu haben. Eine systematische Bewertung stellt sicher, dass Sie Anbieter anhand Ihrer tatsächlichen Anforderungen vergleichen – nicht anhand der Verkaufskompetenz des Vertriebsteams.

    Prüfpunkte Anbieterbewertung

    • Short List erstellt: Aus der Long List sind 3–5 Anbieter für die vertiefte Bewertung ausgewählt. Die Auswahlkriterien sind dokumentiert und nachvollziehbar.
    • Scripted Demos durchgeführt: Jeder Anbieter zeigt dieselben Geschäftsprozesse in derselben Reihenfolge. Eigene Szenarien mit eigenen Daten – keine Standarddemos mit Musterfirmen.
    • Nutzwertanalyse aufgesetzt: Alle Bewertungskriterien sind gewichtet, die Bewertungsskala ist definiert, und mehrere Bewerter aus verschiedenen Fachbereichen bewerten unabhängig voneinander.
    • Implementierungspartner bewertet: Nicht nur das System zählt, sondern auch das Team, das es einführt. Projektleiter, Berater und deren Branchenerfahrung sind geprüft.
    • Technische Architektur geprüft: Skalierbarkeit, Integrationsfähigkeit, Update-Strategie, API-Verfügbarkeit und Technologie-Stack sind bewertet und mit der eigenen IT-Strategie abgeglichen.
    • Anwenderfreundlichkeit getestet: Nicht die IT bewertet die Benutzeroberfläche, sondern die künftigen Anwender. Mindestens drei Key User haben das System in einer Teststellung ausprobiert.

    Praxis-Tipp

    Bestehen Sie auf Scripted Demos mit Ihren eigenen Geschäftsfällen. Schicken Sie den Anbietern vorab konkrete Szenarien: „Zeigen Sie uns, wie ein Kundenauftrag mit drei Positionen, einer Teillieferung und einer Reklamation abgewickelt wird.“ Nur so sehen Sie, wie das System in Ihrer Realität funktioniert – nicht in der perfekten Welt des Vertriebsberaters.

    Checkliste 5: Referenzprüfung

    Referenzen sind das Korrektiv zu Vertriebsversprechen. Ein Anbieter kann in der Präsentation alles behaupten – bei einer Referenzprüfung sprechen Sie mit Unternehmen, die den Weg bereits gegangen sind. Hier erfahren Sie, was in der Praxis funktioniert, wo es Probleme gab und wie der Anbieter mit Schwierigkeiten umgegangen ist.

    Prüfpunkte Referenzprüfung

    • Referenzkunden identifiziert: Nicht nur vom Anbieter vorgeschlagene Referenzen nutzen, sondern aktiv nach Unternehmen ähnlicher Größe und Branche suchen – auch über Branchenverbände und Netzwerke.
    • Fragenkatalog vorbereitet: Strukturierte Fragen zu Projektverlauf, Budget-Einhaltung, Systemperformance, Support-Qualität, Update-Erfahrungen und Gesamtzufriedenheit.
    • Referenzbesuche vor Ort durchgeführt: Mindestens bei den Top-2-Anbietern ein persönlicher Besuch beim Referenzkunden. Live-Eindrücke des Systems im Echtbetrieb sind durch keine Präsentation ersetzbar.
    • Negative Erfahrungen aktiv erfragt: Fragen Sie gezielt nach Problemen, Verzögerungen und Enttäuschungen. Jedes Projekt hat Schwierigkeiten – entscheidend ist, wie Anbieter und Implementierungspartner damit umgehen.
    • Ergebnisse systematisch dokumentiert: Alle Referenzgespräche werden nach demselben Schema protokolliert und in die Gesamtbewertung integriert.

    Praxis-Tipp

    Suchen Sie gezielt nach Referenzkunden, die das System seit mindestens zwei Jahren im Echtbetrieb haben. In der Anfangseuphorie kurz nach dem Go-Live ist die Bewertung oft positiv verzerrt. Erst im laufenden Betrieb zeigt sich, ob das System hält, was es verspricht – und wie der Support-Alltag aussieht.

    Checkliste 6: TCO-Bewertung

    Die Total Cost of Ownership ist die einzige ehrliche Kostenbetrachtung bei der ERP-Auswahl. Der Lizenzpreis allein sagt wenig aus – er macht oft nur 20–30 % der Gesamtkosten aus. Wer nur auf den Angebotspreis schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen und erlebt nach der Vertragsunterschrift böse Überraschungen.

    Prüfpunkte TCO-Bewertung

    • Betrachtungszeitraum festgelegt: Die TCO-Bewertung umfasst mindestens 7 Jahre – das entspricht dem typischen Nutzungszyklus eines ERP-Systems im Mittelstand.
    • Alle Kostenblöcke erfasst: Lizenzkosten, Implementierungskosten, Schulungskosten, Datenmigrationskosten, Schnittstellenentwicklung, Hardware/Infrastruktur, laufende Wartung und Support.
    • Versteckte Kosten identifiziert: Kosten für zusätzliche Module, steigende Nutzerzahlen, Anpassungsprogrammierung, Releasewechsel und interne Personalkosten sind berücksichtigt.
    • Cloud vs. On-Premise verglichen: Beide Modelle sind über den gesamten Betrachtungszeitraum durchgerechnet – einschließlich Infrastrukturkosten, Personalaufwand und Skalierungseffekten.
    • Interne Kosten eingerechnet: Arbeitszeit des Projektteams, Produktivitätsverluste während der Einführung, Kosten für Change Management und Schulungen der Endanwender.
    • Angebote normalisiert: Alle Anbieterangebote sind auf dieselbe Struktur und denselben Betrachtungszeitraum umgerechnet, um eine echte Vergleichbarkeit herzustellen.

    Praxis-Tipp

    Fragen Sie jeden Anbieter explizit nach den Kosten für Releasewechsel und Upgrades. Bei manchen Systemen sind Updates im Wartungsvertrag enthalten, bei anderen sind Releases ein eigenes Projekt mit fünf- bis sechsstelligem Budget. Dieser Unterschied kann über sieben Jahre mehrere hunderttausend Euro ausmachen.

    Checkliste 7: Vertrag und Entscheidung

    Die Vertragsverhandlung ist nicht der Abschluss des Auswahlprozesses – sie ist ein eigenständiger, kritischer Schritt. Hier werden die Weichen gestellt für alles, was im Projekt folgt: Leistungsumfang, Verantwortlichkeiten, Eskalationswege und Konsequenzen bei Abweichungen. Ein schlecht verhandelter Vertrag kann die beste Systemauswahl entwerten.

    Prüfpunkte Vertrag & Entscheidung

    • Leistungsbeschreibung geprüft: Alles, was in Workshops und Demos gezeigt wurde, ist im Vertrag als Leistungsbestandteil verankert – nicht nur als „optional“ oder „nach Aufwand“.
    • Festpreisanteile definiert: Mindestens für die Kernimplementierung gibt es einen Festpreis oder ein gedeckeltes Budget mit klaren Regeln für Change Requests.
    • Meilensteine und Abnahmen vereinbart: Es gibt definierte Projekt-Meilensteine mit Abnahmekriterien. Zahlungen sind an Meilensteine gekoppelt, nicht an Kalenderdaten.
    • Exit-Klauseln geprüft: Was passiert bei Insolvenz des Anbieters? Wie kommen Sie an Ihre Daten? Gibt es Quellcode-Hinterlegung? Sind Migrationspfade vertraglich geregelt?
    • SLA für den Betrieb definiert: Verfügbarkeit, Reaktionszeiten, Lösungszeiten und Eskalationsstufen für den laufenden Betrieb sind vertraglich festgehalten.
    • Entscheidungsvorlage erstellt: Eine vollständige Entscheidungsvorlage mit Bewertungsmatrix, TCO-Vergleich, Referenzergebnissen und Empfehlung liegt dem Lenkungsausschuss vor.

    Praxis-Tipp

    Lassen Sie den Vertrag von einem auf IT-Recht spezialisierten Anwalt prüfen – nicht vom Hausjuristen, der normalerweise Lieferverträge verhandelt. ERP-Verträge haben spezifische Fallstricke bei Lizenzmodellen, Nutzungsrechten und Leistungsabgrenzung, die Branchenexpertise erfordern.

    Strukturierte vs. unstrukturierte ERP-Auswahl

    Der Unterschied zwischen einer strukturierten und einer unstrukturierten ERP-Auswahl zeigt sich nicht nur im Ergebnis, sondern in jeder Phase des Prozesses. Die folgende Gegenüberstellung macht deutlich, warum sich der Aufwand einer Checkliste in jedem Fall lohnt.

    Strukturierte vs. unstrukturierte ERP-Auswahl im Vergleich

    Mit Checkliste & Struktur

    Ohne Checkliste & Struktur

    Anforderungen

    Systematisch erfasst, priorisiert und vom Management bestätigt. Klare Unterscheidung zwischen Muss, Soll und Kann.

    Im Kopf einzelner Beteiligter, unvollständig, widersprüchlich. Prioritäten ändern sich je nach Gesprächspartner.

    Anbietervergleich

    Angebote sind standardisiert und objektiv vergleichbar. Nutzwertanalyse mit gewichteten Kriterien.

    Angebote sind nicht vergleichbar. Entscheidung basiert auf Bauchgefühl und der besten Präsentation.

    Zeitplan

    Realistischer Meilensteinplan mit Pufferzeiten. 12–18 Monate geplante Auswahldauer.

    Kein fester Zeitplan. Auswahl zieht sich über 2+ Jahre oder wird unter Zeitdruck überstürzt abgeschlossen.

    Kostenbetrachtung

    Vollständige TCO-Analyse über 7+ Jahre. Versteckte Kosten sind identifiziert und eingepreist.

    Fokus auf Lizenzpreise. Implementierungs- und Betriebskosten werden unterschätzt oder ignoriert.

    Entscheidungsqualität

    Fundierte Entscheidungsvorlage mit Daten, Fakten und klarer Empfehlung. Breite Akzeptanz im Unternehmen.

    Bauchentscheidung der Geschäftsführung. Fehlende Akzeptanz bei den Fachbereichen.

    Vertragsverhandlung

    Klare Leistungsbeschreibung, Festpreisanteile und Meilensteine. Risiken sind vertraglich abgesichert.

    Pauschale Verträge ohne klare Leistungsabgrenzung. Nachforderungen und Budgetüberschreitungen vorprogrammiert.

    Der ERP-Auswahlprozess im Überblick

    Eine erfolgreiche ERP-Auswahl folgt einem klaren Prozess. Diese fünf Phasen bilden den Rahmen, innerhalb dessen die Checkliste angewendet wird. Jede Phase baut auf den Ergebnissen der vorherigen auf – Abkürzungen rächen sich spätestens in der Vertragsverhandlung.

    Der ERP-Auswahlprozess in 5 Phasen

    1

    Phase 1: Vorbereitung & Projektorganisation

    Kernteam aufstellen, Ziele definieren, Budget freigeben und Zeitplan festlegen. Ohne organisatorisches Fundament scheitert jeder noch so gute Auswahlprozess.

    2

    Phase 2: Anforderungsanalyse & Lastenheft

    Ist-Prozesse analysieren, Soll-Prozesse definieren, Anforderungen priorisieren und im Lastenheft dokumentieren. Diese Phase braucht die meiste Zeit – und sie ist es wert.

    3

    Phase 3: Marktanalyse & Vorauswahl

    Long List erstellen, Ausschreibung versenden, Angebote auswerten und Short List definieren. Von 8–12 Anbietern auf 3–5 Finalisten verdichten.

    4

    Phase 4: Vertiefte Bewertung & Referenzprüfung

    Scripted Demos, Workshops mit Key Usern, Referenzbesuche und TCO-Analyse. Hier fällt die Vorauswahl – von 3–5 auf 1–2 Favoriten.

    5

    Phase 5: Verhandlung & Entscheidung

    Vertragsverhandlung, finale Entscheidungsvorlage und Beschluss im Lenkungsausschuss. Erst wenn der Vertrag steht, ist die Auswahl abgeschlossen.

    1

    Phase 1: Vorbereitung & Projektorganisation

    Kernteam aufstellen, Ziele definieren, Budget freigeben und Zeitplan festlegen. Ohne organisatorisches Fundament scheitert jeder noch so gute Auswahlprozess.

    2

    Phase 2: Anforderungsanalyse & Lastenheft

    Ist-Prozesse analysieren, Soll-Prozesse definieren, Anforderungen priorisieren und im Lastenheft dokumentieren. Diese Phase braucht die meiste Zeit – und sie ist es wert.

    3

    Phase 3: Marktanalyse & Vorauswahl

    Long List erstellen, Ausschreibung versenden, Angebote auswerten und Short List definieren. Von 8–12 Anbietern auf 3–5 Finalisten verdichten.

    4

    Phase 4: Vertiefte Bewertung & Referenzprüfung

    Scripted Demos, Workshops mit Key Usern, Referenzbesuche und TCO-Analyse. Hier fällt die Vorauswahl – von 3–5 auf 1–2 Favoriten.

    5

    Phase 5: Verhandlung & Entscheidung

    Vertragsverhandlung, finale Entscheidungsvorlage und Beschluss im Lenkungsausschuss. Erst wenn der Vertrag steht, ist die Auswahl abgeschlossen.

    ERPulse360: Ihre ERP-Auswahl strukturiert begleiten

    Eine strukturierte ERP-Auswahl ist machbar – aber sie erfordert Erfahrung, Methodik und die Disziplin, den Prozess konsequent durchzuhalten. In der Praxis fehlt es oft nicht am Willen, sondern an der Kapazität und der Erfahrung, alle sieben Checklisten-Bereiche systematisch abzuarbeiten.

    Als unabhängige ERP-Berater begleiten wir mittelständische Unternehmen durch den gesamten Auswahlprozess – von der Anforderungsanalyse über die Anbieterbewertung bis zur Vertragsverhandlung. Unser Ansatz ERPulse360 liefert die Methodik, die Werkzeuge und die Erfahrung aus über 20 ERP-Auswahlprojekten. Wir verkaufen keine Software. Wir sorgen dafür, dass Sie die richtige Entscheidung treffen.

    Unabhängige ERP-Auswahlbegleitung

    Sie stehen vor einer ERP-Auswahl und wollen den Prozess strukturiert angehen? Wir bringen die Methodik, die Markterfahrung und die Checklisten mit – Sie bringen das Fachwissen über Ihr Unternehmen. Gemeinsam treffen wir die richtige Entscheidung. Sprechen Sie uns an für ein unverbindliches Erstgespräch.

    “Die ERP-Auswahl ist keine technische Entscheidung – sie ist eine unternehmerische Entscheidung mit technischer Komponente. Wer das versteht, wählt anders.”

    – Stefan Radau, Gründer Innovera Consulting

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