Stammdatenchaos im Unternehmen? Erste Schritte zu einem besseren ERP Stammdatenmanagement
Warum saubere Daten keine Kür sind, sondern die Voraussetzung für jedes funktionierende ERP-System.
Wenn jede Zahl ein Fragezeichen ist
In vielen Projekten beginnt die Unsicherheit mit einer simplen Frage: Wie viele aktive Kunden haben wir eigentlich? – und niemand kann sie eindeutig beantworten. Die Buchhaltung nennt eine Zahl, der Vertrieb eine andere, und im System tauchen Kundennummern auf, die seit Jahren inaktiv sind.
Das ist kein Einzelfall. Stammdatenchaos ist in vielen Unternehmen die Regel – und es wird oft erst sichtbar, wenn ein neues ERP-System eingeführt werden soll.
Was sind Stammdaten – und warum sind sie so wichtig?
Stammdaten sind die Grunddaten eines Unternehmens: Kunden, Lieferanten, Artikel, Mitarbeiter. Sie ändern sich selten, steuern aber fast alle Prozesse. Wenn diese Daten fehlerhaft sind, pflanzt sich der Fehler durch das gesamte System – vom Einkauf über die Produktion bis zur Rechnung.
- Falsche Preise durch veraltete Konditionen
- Lieferverzögerungen durch fehlende Artikeldaten
- Doppelte Arbeit durch Dubletten in der Kundendatenbank
- Fehlentscheidungen durch unzuverlässige Reportings
Warum das Problem oft unterschätzt wird
Viele Unternehmen haben sich an schlechte Daten gewöhnt. Die Mitarbeiter wissen, welche Felder man ignorieren kann und wo man nachfragen muss. Das funktioniert – bis ein neues System kommt, das keine Ausnahmen kennt.
Dann werden aus kleinen Ungenauigkeiten große Probleme: Das ERP-System lehnt Datensätze ab, weil Pflichtfelder fehlen. Schnittstellen brechen zusammen, weil Formatvorgaben nicht eingehalten werden. Und der Go-Live-Termin gerät ins Wanken.
Erste Schritte zu besserem Stammdatenmanagement
Der Weg zu sauberen Daten beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit Klarheit. Wer ist verantwortlich? Welche Daten sind wirklich relevant? Und wie stellen wir sicher, dass Qualität keine einmalige Aktion bleibt?
- Bestandsaufnahme: Welche Stammdaten gibt es, und in welchem Zustand sind sie?
- Verantwortlichkeiten definieren: Wer pflegt welche Daten? Wer prüft die Qualität?
- Standards setzen: Einheitliche Regeln für Benennung, Pflichtfelder und Formate
- Bereinigung vor der Migration: Nicht den Datenmüll ins neue System übernehmen
- Kontinuierliche Pflege: Qualität ist keine Einmalaktion, sondern ein Prozess
Der unterschätzte Faktor: Menschen und Prozesse
Stammdatenmanagement ist keine rein technische Aufgabe. Es braucht klare Prozesse und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Viele Projekte scheitern, weil zwar ein Tool eingeführt, aber keine Governance etabliert wird.
Ein Data Owner pro Datendomäne ist keine Bürokratie – es ist die Voraussetzung für nachhaltige Datenqualität.
Fazit: Datenqualität ist kein Projekt, sondern eine Haltung
Wer Stammdaten erst kurz vor dem Go-Live in den Blick nimmt, hat schon verloren. Erfolgreiches Stammdatenmanagement beginnt früh, wird konsequent verfolgt und ist im Unternehmen verankert.
Unternehmen, die Datenqualität als strategische Aufgabe verstehen, schaffen die Basis für effiziente Prozesse, fundierte Entscheidungen und nachhaltigen Projekterfolg.
Wenn Sie dieses Thema in Ihrem Projekt vertiefen möchten, sprechen Sie mit uns.